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Liebes-Erklärung.

 

Stelltest du mir diese Frage:

Was ist Liebe, was ihr Sinn?,

so wäre meine Antwort da:

Sie ist nichts, und doch Gewinn.

 

Die Liebe ist kein Ding umgrenzt,

ist nicht zu greifen, nicht zu spähen,

sie findet jeden, der sie lässt,

und geht, wenn sie gedenkt zu gehen.

 

Die Liebe beugt sich keiner Macht,

lässt sich erwerben nicht mit Geld,

und dabei birgt sie eine Kraft,

mit der sie ändert jede Welt.

 

Die Liebe kennt kein Oben-Unten,

genauso wenig Nah und Fern,

sie lässt sich überall erkunden

und gilt gleichwohl auf fernstem Stern.

 

Und da sie der Distanz enthoben,

bleibt fremd ihr der Begriff der Zeit,

mithin ist Liebe zweifelsohne,

der Inbegriff der Ewigkeit.

 

Die Liebe, heißt es, mache blind,

doch wer sie jemals hat erfahren,

der weiß, wie sehr man sehend wird,

nachdem ein Herz ein zweites fand.

 

*****

 

Freiheit.

 

Wenn ich dir schöne Augen machte,

mit Blicken, die vor Liebe glitzern,

und wenn mein Blick Gefühl entfachte…

-ich kann dich dennoch nie besitzen.

 

Und pries ich dich in Schrift und Liedern,

weil´s Glück ist, dich bei mir zu wissen,

und würdest du dies Glück erwidern…

-ich kann dich dennoch nicht besitzen.

 

Wenn ich dir gar so nahe wär,

dass sich dein Duft ließ voll erschließen,

tief atmete ich dein Odeur…

-und kann dich dennoch nicht besitzen.

 

Was duftend lockt, lässt sich auch schmecken,

wer liebt, der isst und lässt sich essen,

ja ließest du dich schlingend lecken…

-ich würd dich dennoch nicht besitzen.

 

Selbst wenn durch mächtigstes Verlangen

wir wögen uns in wonn´ger Hitze

und ich würd deinen Leib empfangen…

-nicht wirklich würd ich dich besitzen.

 

Ich kann dich atmen, schmecken, lieben,

kann dich erkennen, Sinn um Sinn,

doch zu besitzen wärst du nie,

denn Liebe ist der Freiheit Kind.

 

*****

 

Bestimmung.

 

Ist es die Fremdheit Deines Wesens,

die Dich ins Licht der Sehnsucht stellt,

als wärst Du erste Phantasie?

Bist Du die Kostbarkeit des Lebens,

von der ich nur noch kosten will,

als wärst Du alles was es gibt?

 

Du ziehst mit solcher Macht mich an,

als wirke stark schon jener Bann,

den man nicht brechen will, noch kann?!

 

-Es ist die Tiefe Deines Blicks:

Mit Deiner Seele Du versprichst,

zu schenken mir den Weg des Glücks!

 

Nun weiß ich, was ich ahnte just:

Dass jene Macht die Dich erfüllt,

uns einen wird in hellstem Licht;

längst fühlte ich in meiner Brust,

dass sich mein Schicksal mit Dir fügt,

denn Herz und Seele lügen nicht.

 

*****

 

Verliebt.

 

Ich bin dir so nah, du mein einziges Ziel

und wage der Worte dir nicht zu flüstern,

hab Angst dich zu schrecken, -es heißt man wird schüchtern-,

auch wenn du empfindest, was ich für dich fühl.

 

Es drängt mich zu dir, ich seh mich willkommen,

und wer uns betrachtet, der weiß uns verliebt,

was hält uns denn nur an der Schwelle zum Glück,

wo längst jedem Zweifel der Inhalt genommen?

 

Ich warte geduldlos, -‘Vollzieh doch den Schritt!‘,

kann kaum mehr ertragen, dass es nicht geschieht;

-wird´s jemals uns leichter die Wahrheit zu sagen?

 

Dann ist´s wohl an mir einen Kuss jetzt zu wagen,

nicht bloß, da die Sprache gleich jeder versteht,

viel eher, weil es nichts zu verlieren mehr gibt!

 

*****

 

Umfangen.

 

Umfangen schwebe ich,

elektrisiert mit jedem Sinn,

noch lautlos, wartend, ich nur bin,

umfangen lebe ich.

 

Kein Wort beschreibt je dies:

Bevor die Seele sich vergibt,

das Blut, das Fleisch, das Herz verglüht,

kein Wort, wenn ich zerfließ.

 

Gemeinsam dies nur geht:

Den längsten Hauch in Wonne schreien,

im kleinen Tod vereint zu sein,

gemeinsam, und verliebt.

 

Umfangen bebe ich,

bis ich verliere, was ich bin

und Ewigkeit mit dir beginnt,

und dann bist du = ich.

 

*****

 

Das selbe Glück.

 

Mit dir werde ich nicht müde

das zu leben, was ich glaub´:

Dass der Liebe Geben-Nehmen

Göttlichkeit der Seel´ einhaucht.

 

Dich zu lieben lässt mich blühen,

als du strahlend blühst mir auch,

weil zugleich wir tief erfühlen,

was zu selbem Glück es braucht.

 

*****

 

Mein Herz...

 

Mein Herz pocht unentwegt

Dir inniglich,

nimm es-, nimm mich entgegen!

 

Fühl, wie mein Körper bebt

allein durch Dich,

berausch an ihm Dein Leben!

 

Die Seele mein erstrebt

Dein Seelenlicht,

-lass uns als Stern entschweben!

 

*****